E-DeMa trägt zum neuen Marktdesign bei


Von Prof. Dr. Michael Laskowski,Support Projects Director, RWE Deutschland AG

Michael LaskowskiE-DeMa ist eine der sechs ausgewählten E-Energy-Modellregionen und wurde im Rahmen seiner vierjährigen Projektlaufzeit vom BMWi mit insgesamt 10 Mio. € gefördert. Das von der RWE Deutschland geführte Konsortium bestand aus den Partnern Siemens, Miele, ProSyst, den Stadtwerken Krefeld und den Universitäten Dortmund, Bochum und Essen sowie der Fachhochschule Dortmund.

Die wesentlichen Aufgaben von E-DeMa bestanden darin, das existierende System der Energieversorgung zu nutzen und hinsichtlich neuer Methoden unter der Beachtung des bestehenden Rechtsrahmens weiter zu entwickeln, um die erneuerbaren Energien optimal in das energiewirtschaftliche Gesamtkonzept zu integrieren. Mit E-DeMa wurde untersucht, wie Energieanbieter und -verbraucher durch moderne Verteilnetze und das Internet energiewirtschaftlich miteinander verbunden werden können. Dabei wurde aufgezeigt, wie private Energiekonsumenten sinnvoll ihren Energieeinsatz gestalten und aktiv an einem virtuellen Energiemarktplatz teilnehmen können. Die Haushalte hatten dabei die Wahl zwischen unterschiedlichen Tarifprodukten.

Handlungsfelder von E-DeMa
Das gesamte Spektrum von E-DeMa reichte von der Entwicklung technischer Lösungen wie einem elektronischen Marktplatz, Gateways und Visualisierungseinheiten bis zu neuen Tarifstrukturen in Abhängigkeit des Dargebotes von erneuerbaren Energien. Alle Lösungsansätze wurden vielfältig im Projekt erprobt und weiterentwickelt. Innovative Tarifstrukturen bildeten die Basis für Incentivierungen hinsichtlich des Verbrauchsverhaltens und der Verbraucherakzeptanz. Ein weiterer wesentlicher Aspekt des Projektes E-DeMa bestand in der Erprobung neuer Wertschöpfungsstrukturen und Geschäftsprozesse.

Eines der Kernergebnisse des Projektes war die Nutzung eines Aggregators, der sowohl Einspeisungs- als auch Flexibilitätspotenziale zusammenfasste, um sie zukünftig dem Energiemarkt im Rahmen von Minutenreserve oder Sekundärregelleistung zur Verfügung zu stellen. Aus der Geräteeinsatzplanung ging ein Fahrplan für den Geräteeinsatz hervor, welcher an die Gateways der Kunden übermittelt wurde. Das tatsächliche Zuschalten durch den Aggregator wurde in einem Schaltprotokoll beim Kunden dokumentiert und ging in das Abrechnungsmodell des Aggregators ein.


Um mögliche zukünftige Netzengpässe durch einen starken lokalen Zubau von Erneuerbaren Energien und damit Netzausbau vermeiden zu helfen, sind neben einer Direktvermarktung von Flexibilitäten an der EEX auch lokale Systemdienstleistungen durch einen derartigen Aggregator denkbar. Dieser bündelt lokale Leistungsflexibilitäten in einem Verteilnetz und ruft sie im Auftrag des jeweiligen Netzbetreibers ab.

Zusammenfassung
E-DeMa konnte im Projektverlauf Lösungen erarbeiten, die sich an den genannten Forderungen orientierten und prototypisch aufzeigten, dass reine Energieinformationssysteme beim Kunden einerseits und Automatisierungssysteme zur Verbrauchssteuerung andererseits Energieeinsparungs- und Flexibilisierungspotenziale auslösen. Dabei hat sich aber auch gezeigt, dass das realisierbare Potenzial stark davon abhängt, in wie weit sich der jeweilige Kunde mit den neuen Herausforderungen der Energiewende auseinandersetzt und welche Möglichkeiten zur Energieeinsparung und -flexibilisierung sein privates Umfeld überhaupt bietet. Von pauschalen Aussagen zur generellen Energieeinsparung oder -flexibilisierung sei hier gewarnt, da sie schnell zu Missinterpretationen und falschen Mengengerüsten führen.

Die technische Lösung zur erzeugungs und bedarfsabhängigen Steuerung von Endgeräten ist im Projekt E-DeMa gelungen. Da Privatkunden nur bedingt elektrische Geräte besitzen, deren Einsatz flexibilisiert werden kann, sind sicherlich eher mittlere und große Gewerbekunden die erste Wahl in der Umsetzung der vorgeschlagenen Konzepte.

M2M Alliance-JahrbuchE-DeMa

M2M Alliance Jahrbuch 13/14

 

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