5 Fragen an … Norbert Muhrer, Senior Vice President M2M, Gemalto


M2M-Magazin: Auf welchem Weg sehen Sie die M2M-Kommunikation?
Norbert Muhrer, Senior Vice President M2M, GemaltoNorbert Muhrer: Heutzutage sind wir an der Schwelle zu einer revolutionären Periode der Innovation angekommen, in der Machine-to-Machine (M2M)-Technologie das Leben in unseren Städten verändern wird. Natürlich erwarten wir eine Veränderung zum Besseren: fahrerlose Elektroautos, schlüsselloses Öffnen von Haustüren und Photovoltaik-Module, die vor Ort Strom für eine stadtweites „Smart Grid“ erzeugen, sind Wunschträume von heute. Erstaunlich ist, dass diese Vision eines Tages Wirklichkeit werden könnte. Es ist wirklich nur eine Frage der Zeit, bis z.B. Smart Metering sowie Haushalts- und Kommunikationsgeräte das Leben in unseren Städten umweltfreundlicher und effizienter machen. Möglicherweise die schönste der neuen Chancen ist die Art, wie durch die Technologie eine bessere Kommunikation in der Nachbarschaft und in größeren städtischen Gemeinden ermöglicht wird. E-Government-Dienste und soziale Netzwerke im Zusammenspiel mit einer M2M-gestützten Infrastruktur haben das Potenzial, Menschen zusammen zu bringen und wieder mit ihrer städtischen Umgebung zu verbinden.

M2M-Magazin: Welche Hürden gilt es allgemein auf dem Weg zum M2M-Mainstream noch zu überwinden?
Norbert Muhrer: Das Internet der Dinge (IoT) ist definiert als ein offenes Netzwerk – somit stellt sich die Frage, wie die Daten im Inneren gesichert und geschützt werden. Persönliche Daten wie individuelle Bewegungsmuster, ihr Blutdruck oder ihr Energieverbrauch zu Hause sind Daten, die die Anwender innerhalb des Internet der Dinge in der Cloud geschützt wissen möchten. Ferner müssen wir die Art und Weise vereinfachen, wie Lösungen auf den Markt gebracht werden. Dies gelingt über offene Software-Schichten, in denen die Unternehmen aus der Branche ihre Anwendungen laufen lassen können. Unser Hauptaugenmerk liegt auf Java als offene Plattform, da diese für alle leicht zugänglich ist, die eine M2M-Anwendung erstellen wollen. Das Fundament der M2M-Technologie ist Sicherheit, denn ohne Sicherheit herrscht kein Vertrauen. Und ohne Vertrauen kann nichts erreicht werden.

M2M-Magazin: Was ist der M2M-USP Ihres Unternehmens?
Norbert Muhrer: Alles, was wir tun, basiert auf dem Vertrauen, das wir entgegengebracht bekommen – einerseits von unseren Kunden, deren vertrauliche Daten wir verwalten und anderseits von den Verbrauchern, die die Sicherheit unserer Lösungen genießen. Dadurch erfüllen wir unseren Auftrag, unseren Kunden das Vertrauen zu geben, in dieser zunehmend digitalen Welt im großen Maßstab denken zu können.

M2M-Magazin: Welche Entwicklungen können wir von Ihrem Unternehmen in den kommenden zwei Jahren erwarten?
Norbert Muhrer: Mit untereinander verbundenen Autos, der Einführung von eCall, etc. hat der Automotive-Bereich in den kommenden Jahren ein hohes Marktpotenzial. Die Autohersteller haben diese Revolution bereits auf den Weg gebracht und entwickeln das Auto von morgen für mehr Komfort und Sicherheit – Audi bringt beispielsweise mit unserer Hilfe 4G LTE an Bord. Ebenso adressieren wir Herausforderungen in den Bereichen mHealth, Smart Metering und Energie und insbesondere diese Themen nehmen einen großen Teil im Alltag ein, denn es ist schwer, sich den aktuellen Themen aus dem Gesundheitsbereich oder den Herausforderungen im Energiesektor zu entziehen.


Nehmen Sie zum Beispiel das Gesundheitswesen – eine Branche, die sich immer mehr auch in Richtung der drahtlosen M2M-Kommunikation bewegt, um eine ausgezeichnete Versorgungsqualität und eine benutzerfreundliche „Out-of-the-Box“-Erfahrung für Patienten zu bieten. Mobilfunkbasierte M2M-Technologie ist in der Lage, das Gesundheitswesen zu verändern: durch die Reduzierung der Gemeinkosten, die Vereinfachung der Prozesse, die Erweiterung von Leistungen und den Schutz der Daten. Gleichzeitig kann diese die Lebensqualität verbessern, indem sie Patienten die Möglichkeit bietet, länger in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung zu bleiben.

M2M-Magazin: Welche Sicherheitsmaßnahmen bieten Sie Ihren Kunden im M2M-Bereich?
Norbert Muhrer: Jüngste Ergebnisse einer Beecham-Studie zu Anforderungen an M2M- End-to-End-Lösungen identifizieren die Sicherheit, die IT-Integration und die Reduzierung der Komplexität in der Wertschöpfungskette als die drei Schwerpunkte für Anbieter von M2M-Lösungen. Gemalto addressiert eindeutig alle diese drei Schwerpunkte.
Secure Elements und Trusted Execution Environment Smart Cards sind beispielsweise eine sehr sichere Möglichkeit, um Authentifizierungsschlüssel zu schützen. Diese Technologie wird in SIM- und Bankkarten genutzt und zudem von der GlobalPlatform.org für andere Anwendungsfälle propagiert. Diese Chipkarten bieten eine sichere Speicherung von Schlüssel- und Verschlüsselungsalgorithmen. Wird mehr Rechenleistung benötigt, um sicherheitsrelevante Vorgänge innerhalb eines geschützten Verarbeitungsbereiches abzusichern, ist ein Mikroprozessor mit einem Trusted Execution Environment (TEE) eine gute Wahl.
Kurz gesagt, wir bieten ein umfangreiches Angebot an digitalen Sicherheitslösungen – von End-to-End-Sicherheitsberatungsleistungen, Mobilfunk-Module mit embedded Java Security Framework und speziellen Sicherheitsfunktionen über embedded Machine Identification Modules (MIM) bis hin zu sicheren Hardware-Elementen für mobile M2M-Anwendungen. Zum Beispiel bietet die Kombination aus Cinterion M2M-Modulen und MIMs eine ganz neue Art von Sicherheit und Vertrauen für M2M-Lösungen; auf dem Markt in globalen Lösungen bewährt haben, in denen Sicherheit im Vordergrund steht, wie zum Beispiel Point-of- Sale (POS ), Smart Metering, Banking, nationale ID- Karten und mehr.

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