5 Fragen an … Kai Brasche, Vice President Digital M2M, Telefónica Germany


M2M-Magazin: Auf welchem Weg sehen Sie die M2M?
Kai Brasche_Telefonica O2Kai Brasche: Telefónica stellt sich im deutschen M2M-Markt offensiv und wachstumsorientiert auf. Bis 2014 konzentrieren wir uns auf drei vertikale Zielgruppen: Energie, Mobilität und Automation. Der Bereich Mobilität umfasst dabei ein breites Anwendungsspektrum, vom klassischen Flottenmanagement über Pflegedienste bis hin zu Anwendungen für Automobilzulieferer und natürlich den Bereich Automotive selbst. Im Marktsegment für Automation sprechen wir ebenfalls über ein weites Anwendungsfeld beispielsweise über Verkaufsautomaten, die inzwischen einen hohen Reifegrad erreicht haben. In diesen drei Verticals bieten wir schlüsselfertige M2M-Branchenlösungen an. Unsere vierte Stoßrichtung ist Konnektivität. Gemeint ist damit die reine mobile Datenübertragungsleistung. Wir nutzen unsere globalen Abdeckung und bieten Konnektivität in einer hohen Qualität, über alle Bandbreiten, mit extrem guten Latenzzeiten und spannenden Preismodellen. Dazu gehören beispielsweise Einheitspreise für Europa.
Im Mittelpunkt steht jedoch unsere besondere Philosophie: Wir wollen nicht nur Techniklieferant, sondern ein Businesspartner unserer Kunden sein. Mir geht es nicht um die M2M-Technologie an sich, sondern um die Chance, das Kerngeschäft unserer Kunden mit M2M-Anwendungen voranzubringen. Dabei werden wir die Marke Telefónica im M2M-Geschäft weltweit einsetzen und unsere Lösungen unter dieser Marke präsentieren. Wir profitieren gerade im Lösungsgeschäft natürlich vom großen Bekanntheitsgrad und der weltweiten Präsenz des Global Players Telefónica, die bis in den chinesischen Markt reichen.

M2M-Magazin: Welche Hürden gilt es allgemein auf dem Weg zum M2M-Mainstream noch zu überwinden?
Brasche: Der M2M-Markt wird gerade erst erschlossen. Der breiten Öffentlichkeit wird langsam bewusst, welche erstaunlichen Effizienz- und Wachstumspotentiale durch die mobile Vernetzung von Produkten und Leistungen entstehen. Für uns in das ein ungemein spannendes Umfeld. Viele Kunden haben bereits eine vage Ahnung, aber noch keine konkrete Vorstellung, was wir mit unseren M2M-Lösungen leisten können. Darum ist der Markt noch sehr beratungsintensiv. Die Kunden stellen zu Recht hohe Anforderungen an unsere Vertriebs- und Consultingkompetenz.
Als Lösungsanbieter, der sein Geschäft konsequent aus der Kundenperspektive führen will, dürfen wir uns nicht auf die Rolle des M2M-Experten beschränken. Wir müssen ein Verständnis für die Geschäftsmodelle und betriebswirtschaftlichen Hintergründe der Anwender mitbringen und sind gefordert, uns in den genannten Segmenten auf den Kunden optimal einzustellen. So sind wir in der Lage, sehr schnell Ende-zu-Ende-Lösungen anzubieten, die einen möglichst geringen Implementierungsaufwand für den Kunden verursachen und dennoch die wesentlichen Nutzenpotentiale für sein Kerngeschäft heben. Wir helfen unseren Kunden, Geschäftsprozesse und Workflows zu optimieren, ihre Rolle als Innovationsführer in ihren Geschäftsbereichen auszubauen und ihre Kundenbasis zu verbreitern. M2M-Kunden auf diese Art und Weise zu unterstützen, ist ambitioniert und stellt hohe Ansprüche an das Businessverständnis und die Qualifikation unserer Mitarbeiter.

M2M-Magazin: Was ist der M2M-USP Ihres Unternehmens?
Brasche: 
Im Bereich der reinen Konnektivität ist Telefónica wahrscheinlich der globalste Anbieter. Darüber hinaus stehen wir für schlüsselfertige M2M-Gesamtlösungen, die den Businessnutzen des Kunden in den Mittelpunkt stellen. Technologische Spielereien mit hohem Entwicklungs- und Implementierungsaufwand auf Kundenseite überlassen wir gern den Wettbewerbern. Wir wollen den Anwender nicht von seinem Kerngeschäft ablenken und ihn nicht zwingen, zum M2M-Experten zu werden. Unsere Kunde sollen sich voll darauf konzentrieren können, die wesentlichen Effizienz- und Leistungsvorteile von M2M für ihre Geschäftsprozesse zu nutzen – möglichst schnell, geradlinig und real.
Bei uns haben die Kunden praktisch eine globale Netzverfügbarkeit und über die innovative Portal-Lösung von Telefonica, die kurz vor dem Rollout steht, stellen wir den maximalen Anwendungsnutzen sicher. Dazu stellt eine spezielle Middleware das sogenannte DCA-Tool (Data Collection and Analysis) zur Verfügung. Mit diesem Tool können die Kunden ihre übertragenen Daten aufbereiten und anschließend ihre Businessprozesse anstoßen. So wird vermieden, dass der Kunde zusätzlich in Eigenentwicklungen investieren muss. Unsere Strategie setzt ganz konsequent auf schlüsselfertige Lösungen, die den Anwendern mit möglichst wenig Management-Aufwand den angestrebten Businessnutzen bieten – etwa bei der Steuerung von Service- und Betriebsprozessen.
Persönlich sind wir eine hoch professionelle Truppe von Business-Experten, die großen Spaß an der Zusammenarbeit mit den Kunden hat. Wir sind sehr schnell und haben ein kompletteres Verständnis für Ende-zu-Ende-Lösungen als viele unserer Mitbewerber. Unser Anspruch ist „One Face to the Customer“, womit wir sowohl den „Single Point of Contact“ als auch den „Single Point of Contract“ meinen. Das Ziel von Telefónica ist es, sich bei den Kunden als die erste Wahl unter den Anbietern von Ende-zu-Ende-Lösungen zu positionieren.


M2M-Magazin: Welche Entwicklungen können wir von Ihrem Unternehmen in den kommenden zwei Jahren erwarten?
Brasche: 
Die Anforderungen an die Abdeckung und die Verfügbarkeit des Mobilfunknetzes sind bereits sehr hoch, darüber diskutiert der Kunde nicht mehr. Was aber zunehmend wichtiger wird, und was auch Telefónica vorantreibt, sind integrierte Lösungen, die neben der reinen Datenübertragung auch die Datenauswertung und das Anstoßen von Prozessketten ermöglichen. Unsere DCA-Middleware erfüllt genau diese Funktionen. Das bedeutet, Sie können sehr einfach Multi-Device-Management betreiben und unterschiedliche Arten von Hardware einsetzen, Daten von beliebigen Systemen erheben, analysieren und in geeigneter Weise an beliebige Backend-Systeme weiterleiten, zum Beispiel an ERP-Systeme. Die Fähigkeiten dieser Middleware-Komponenten bestimmen letztendlich den Nutzen einer M2M Anwendung für das Kerngeschäft der Kunden. Darum werden sie künftig bei der Wahl eines M2M-Anbieters eine zunehmend wichtige Rolle spielen.
Bei den Subscriber-Identity-Modulen stehen neue Chip-Generationen an, die beispielsweise mehr Speicherkapazität bieten oder für immer extremere Einsatzszenarien in der Industrie qualifiziert sind. Die MFF2 von Giesecke & Devrient soll beispielsweise Luftfeuchtigkeit, Vibrationen und Temperaturen von -40 bis 105° C locker aushalten. „Subscription-Management over the Air“ ist ein weiteres Thema, das der Markt fordert und an dem wir auch arbeiten.
Und nicht zuletzt werden wir erleben, dass die Mega-Trends M2M, Cloud-Services und Big-Data zunehmend verschmelzen. Aufgrund der großen Schnittmengen dieser Themen ist das eine logische Konsequenz. Der O2 Fleetstore, zur Bereitstellung von Flottenmanagement als Dienstleitung, ist ein Beispiel dafür.

M2M-Magazin: Welche Sicherheitsmaßnahmen bieten Sie Ihren Kunden in der M2M?
Brasche: 
Grundsätzlich sind der Schutz sowie der Umgang mit Kundendaten durch die Telekommunikations- und Datenschutzgesetze eindeutig geregelt. Diesen Gesetzen sind wir verpflichtet. Die Datenübermittlung und Verarbeitung erfolgt auf Grundlage deutscher Gesetzgebung und nach den Konventionen des EU-Standardvertrages. Unsere Datenschutzbeauftragte stellt sicher, dass unsere geschäftlichen Aktivitäten im Einklang mit den Vorschriften und Gesetzen zum Schutz der Kundendaten stehen und dass unsere Datenverarbeitungsprogramme ordnungsgemäß angewendet werden.
Unsere Mitarbeiter führen einmal pro Jahr ein verpflichtendes Datenschutztraining durch, dessen erfolgreicher Abschluss überprüft wird. Darüber hinaus sind wir nach §109 TKG verpflichtet – bei Vorrichtungen zur Überwachung auch nach §14 TKÜV – ein Sicherheitsniveau entsprechend dem aktuellen Stand der Technik zu gewährleisten und zu dokumentieren. Dies wird durch den Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) und die Bundesnetzagentur (BnetzA) regelmäßig überprüft. Wir stehen in regelmäßigem Austausch mit den zuständigen Behörden und unsere Datenverarbeitungsprozesse werden ebenfalls regelmäßig durch BfDI und BnetzA überprüft.
Bei der M2M-Datenkommunikation werden aber meistens keine personenbezogenen Daten übermittelt. Durch Rahmenverträge mit unseren Partnern gewährleisten wir die Einhaltung aller relevanten Gesetze.

Zu Telefónica.

 

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