Die Revolution des intelligenten Autos


Von Manfred Kube, Head of M2M Segment Marketing, Gemalto M2M GmbH

Manfred Kube Gemalto M2MDie Mobilfunktechnologie ist heute nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken, sodass die Aussicht auf ein vollständig vernetztes Fahrzeug Autofahrer, Mobilfunkbetreiber und Automobilhersteller gleichermaßen begeistert.

Allerdings ist der Weg zur mobilen Konnektivität auf der Datenautobahn sehr steinig. Fahrzeuge werden in widrigen Verhältnissen bewegt und Endverbraucher-Technologie ist für extreme Temperaturen, starke Vibrationen sowie Feuchtigkeit nicht ausgelegt. Darüber hinaus muss die Technik des vernetzten Autos zuverlässig über die lange Lebensdauer des Fahrzeugs hinweg – zehn Jahre oder mehr – funktionieren. Aktuelle Consumer-Geräte sind für zwei bis vier Jahre ausgelegt oder bis sich die nächste Innovation durchgesetzt hat. Die strengen Vorgaben der Automobilwirtschaft sowie die Komplexität in der Nutzung von Highspeed-Funknetzwerken sind zusätzliche Herausforderungen für ein „intelligentes Auto“. LTE bietet die Bandbreite für ein vernetztes Fahrzeug; jedoch stellt eine sich ständig bewegende LTE-Einheit ein viel größere Herausforderung dar als eine typische Heim- oder Büroumgebung.

Um das smarte Auto auf die Straße zu bringen ist eine enge Zusammenarbeit mit erfahrenen Technologie-Partnern aus dem M2M-Bereich notwendig. Dies gibt den Automobilherstellern die Freiheit, sich auf Ihre Kernkompetenzen wie Design und Technologie zu konzentrieren. Zusammen mit Audi präsentierten wir kürzlich eine Lösung, die als erste auf dem Markt LTE-Technologie für den Automobileinsatz zuverlässig nutzbar macht.

Mittels dieser M2M-Lösung werden High-Speed-Verbindungen mit hoher Bandbreite ermöglicht, um gleichzeitig mehrere 4G-Anwendungen und -Dienste nutzen zu können. Die Lösung funktioniert zuverlässig in extremen Temperaturbereichen von -40 bis +105 Grad Celsius und widersteht Vibrationen, Feuchtigkeit, Korrosion und anderen schädlichen Einflüssen, denen das Fahrzeug ausgesetzt ist.

Zum ersten Mal können Audi-Fahrer und -Insassen nun LTE-Datenraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde sowie zusätzliche Dienste nutzen, die es einem Mitfahrer ermöglichen, an einer Videokonferenz teilzunehmen, während ein anderer einen Film ansieht. Zudem können Fahrer Navigationsdienste von Google Earth mit hochauflösenden, dreidimensionalen Karten und Luftbildern per Stream nutzen.

Die Lösung ermöglicht einen integrierten WiFi-Hotspot für bis zu acht Geräte – und das alles mit der gleichen LTE-IP-Verbindung. Der mit LTE ausgestattete Audi ist bereits in Europa unterwegs und wird voraussichtlich 2014 in den Vereinigten Staaten erhältlich sein.

Durch die kurze Latenzzeit, die lange Lebensdauer und die Robustheit, die mit Automotive LTE ermöglicht werden, eröffnen sich immer mehr neue Technologien für vernetze Fahrzeuge, welche vor kurzer Zeit noch futuristisch schienen.


Die Revolution des intelligenten AutosAuf der Consumer Electronics Show (CES) 2014 in Las Vegas hatte das am meisten beachtete vernetzte Gerät vier Räder und 4G-Features, die Fahrzeuge in mobile Büros, persönlichen Concierge oder sogar einen Chauffeur verwandelten. Mit Boschs fahrerloser Technologie ist das Auto in der Lage, die nächstgelegene freie Parklücke aufzufinden und selbst einzuparken. BMWs System für autonomes Fahren nutzt GPS, Sensoren und andere automatisierte Systeme, um das Fahren auf gefährlichen Straßen zu erleichtern und sicherer zu machen.

LTE ist nur eine von vielen neuen Technologien, die „hinter den Kulissen“ abläuft und schon heute die intelligente Vernetzung der Autos vorantreibt. Die „Subscription Management“-Technologie ermöglicht dem Fahrer, den besten Mobilfunkanbieter auszuwählen und zu ändern, unabhängig davon, wo er lebt oder wo er auf Reisen ist.

Obwohl es trivial klingt, werden damit einige schwierige Herausforderungen für Automobilhersteller und OEMs gelöst, die bis jetzt spezielle Lösungen für verschiedene Mobilfunkanbieter und Regionen der Welt anbieten mussten. Darüber hinaus ermöglicht die Near Field Communications (NFC)-Technologie eine sichere und schlüssellose Zündung sowie Funktionen einer „mobilen Brieftasche“. Durch diese kann der Fahrer an einer Tankstelle tanken und sicher zahlen ohne seine Karte durch das Terminal zu ziehen oder den Tankwart zu bezahlen.

Wenn all diese überzeugende Technologien ihren Weg in unsere Autos finden, können wir uns vielleicht bald fragen: „ist mein Auto klüger als ich?“

Gemalto M2M

M2M Alliance-JahrbuchM2M Alliance Jahrbuch 13/14

 

 

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