5 Fragen an … Peter Brönner, Leiter Bereich Healthcare Deutschland bei Unify


Unify Peter BrönnerUnsere Gesellschaft altert, dem Gesundheitswesen laufen die Kosten davon. Da kommt die Machine-to-Machine-Kommunikation gerade recht. M2M soll helfen, nicht nur die Kostensituation zu verbessern, sondern auch den Dienst am Menschen zu optimieren. Unify vertreibt Unified-Communications-Lösungen, Netzwerklösungen und ist auch im Gesundheitsbereich tätig. Wir haben mit Peter Brönner, Leiter Bereich Healthcare Deutschland bei Unify, gesprochen.

M2M-Magazin: Telefonie, Instant Messaging, Web Collaboration – die Kommunikationstechnologie entwickelt sich kontinuierlich weiter. Welchen Einfluss hat dies auf das Gesundheitswesen?
Peter Brönner: In Sachen Kommunikationstechnologien lässt sich insbesondere ein Trend feststellen: Sie wachsen zusammen. Kommunikation funktioniert nicht mehr ausschließlich über Telefon oder E-Mail. Anwender wollen alle Möglichkeiten kombinieren, denn nur so ist eine effiziente, schnelle und vor allem zielgerichtete Zusammenarbeit erreichbar. Dieser Trend macht auch vor dem Gesundheitswesen nicht halt. Der Grund dafür: Prozesse lassen sich gerade hier stark vereinfachen.
Ein gutes Beispiel dafür ist der Informationsaustausch zwischen einweisendem Arzt und Krankenhaus. Seit Jahrzehnten werden handschriftliche Patientenakten per Arztbrief übergeben. Dieser Prozess ist umständlich und beinhaltet zahlreiche Fehlerquellen: Handschriftliche Notizen sind schwerer lesbar, es können sich Flüchtigkeitsfehler einschleichen, die Dokumentation ist nicht einfach nachvollziehbar und wird schnell unübersichtlich.
Ein elektronischer Prozess dagegen bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: Er vereinfacht den Datenaustausch, beschleunigt ihn erheblich, verursacht deutlich weniger Kosten und macht ihn qualitativ besser. Dadurch steigt die Sicherheit der Patientendaten. Die Optimierung des Klinikinformationssystems (KIS) wirkt sich darüber hinaus positiv auf die Produktivität des Personals aus. Viele Pflegeprozesse lassen sich problemlos automatisieren und die Reaktionszeiten in kritischen Situationen so erheblich verkürzen.

M2M-Magazin: Wo positioniert sich Unify in diesem Umfeld?
Brönner: Unify hat sich zur Aufgabe gemacht, alle Kommunikationskanäle, von Telefonie über Instant Messaging bis hin zu Web Collaboration, nahtlos in den Arbeitsalltag zu integrieren. Dadurch lassen sie sich mit allen Anwendungen zusammenführen, die im Krankenhausalltag von den verschiedenen Nutzergruppen eingesetzt werden. Davon gibt es eine ganze Menge: Nicht nur Ärzte und Pflegepersonal greifen tagtäglich auf elektronische Daten zu – auch für Angestellte der Verwaltung und Verantwortliche für logistische Aufgaben, wie beispielsweise beim Patiententransport, ist der Zugriff auf Geschäfts- und Patientendaten alltäglich.
Die Unify Lösung OpenScape Health Connect wurde speziell für die unterschiedlichen Bedürfnisse von Patienten, Ärzten, Pflegepersonal, Verwaltung und Logistik entwickelt. Von Video-Ferndiagnose bis hin zu automatisierten Workflows vereinheitlicht die Lösung die Netzwerke und Anwendungen und unterstützt die Zusammenarbeit aller Mitarbeiter. Das führt zu schnelleren Reaktionen, präziseren Diagnosen und letztendlich zu positiven Behandlungsergebnissen.

M2M-Magazin: Stichwort: OpenScape Health Connect. Wie funktioniert dieser Service genau?
Brönner: OpenScape Health Connect kombiniert eine Reihe an Diensten, die die Effizienz der Kommunikationsprozesse deutlich erhöhen. Die OpenScape Health Station HiMed optimiert alsuniverselles Terminal am Patientenbett den Zugriff auf Informationen und Serviceangebote. Single Sign-On, sichere Smartcards und RFID-Tags erleichtern Ärzten und dem Pflegepersonal die Benutzung. Die verbesserte Kommunikation zwischen behandelnden Ärzten und Mitarbeitern führt zu genaueren Diagnosen. Darüber hinaus vereinfacht sich die Medikamentenvergabe – dafür sorgt ein IT-Zugriff am Point of Care. Die Bestellungen und Eingaben werden vom Patientenbett aus direkt an das Krankenhaussystem gesendet. Das verkürzt die Arbeitswege und schafft Zeit für die Versorgung der Patienten. OpenScape Alarm Response (OScAR) ermöglicht schnellere Reaktionen in Notfällen. Der Alarm wird zielgerichtet an die richtigen Empfänger gesendet. Diese können die Informationen über eine Vielzahl mobiler und fester Endgeräte abrufen – sowohl über krankenhauseigene als auch private Geräte.


Um all diese Tools zuverlässig verwalten zu können, werden die unterschiedlichen Netzwerke, Anwendungen und Geräte zu einer einzigen, intuitiven Plattform konsolidiert. IT-Administratoren steht bei der Implementierung der Lösungen auch professioneller Support zur Verfügung. Dadurch steigt die Effizienz, die Kosten sinken und bestehende Investitionen bleiben zukunftssicher.

M2M-Magazin: Die Patientenansprüche wachsen: Ein einfaches Telefon am Krankenbett sowie eine aufladbare TV-Karte, erworben bei der Krankenschwester, reichen heute nicht mehr aus. Um die Patientenzufriedenheit sicherzustellen, muss man auf ihre Bedürfnisse eingehen. Welchen Fokus setzt Unify?
Brönner: Bei allen Lösungen stehen die Patienten absolut im Fokus. Sie profitieren besonders von der Zusammenführung der Kommunikationsprozesse, denn diese ermöglicht allen voran eine erstklassige Versorgung – ganz unabhängig von der Krankenhausgröße und der geographischen Lage. Patienten haben ebenso Zugang zu individuellen Behandlungs- und Medikationsplänen wie das Pflegepersonal. Dadurch bekommen sie das sichere Gefühl, in guten Händen zu sein.
Ein einheitlicher Point of Care bringt noch weitere Vorteile für moderne Pflegekonzepte: Das Pflegepersonal kann aktuelle Patientendaten direkt am Krankenbett in das KIS eintragen. Das führt zum einen dazu, dass das Personal mehr Zeit mit dem Patienten verbringt. Zum anderen wird es von nachträglicher Kommunikation entlastet. Nicht zuletzt gibt die direkte Protokollierung dem Patienten Sicherheit.
Mit OpenScape Health Station HiMed unterstützt Unify solche Ansätze. Dank eines individuellen Informationsportals auf dem HiMed Cockpit IP haben Patienten jederzeit eine persönliche und zielgerichtete Informationseinsicht. Zur Unterstützung der Genesung bietet die Lösung darüber hinaus interaktive Informations-, Unterhaltungs- und Kommunikationsangebote am Krankenbett. In Kooperation mit T-System ist beispielsweise „Entertain for Hospitals und HiMed“ entstanden. Das Angebot erweitert das Funktionsspektrum von HiMed um Entertain-Angebote und entsprechende Dienste von T-Systems. Der Vorteil für Patienten und medizinisches Personal: Alle Multimedia-Funktionen sind über eine einheitliche Benutzeroberfläche erreichbar. Das hilft dabei, sowohl den Patientenkomfort als auch die Behandlungsqualität sowie die Prozesse zu optimieren und die Versorgung patientenorientiert zu gestalten.

M2M-Magazin: Und wohin geht die Reise: Wo sieht Unify die Kommunikation in zehn Jahren?
Brönner: Alle Zeichen stehen auf einer zielgerichteten und vor allem individuellen Kommunikation. Das hat selbstverständlich Auswirkungen auf die Vielfalt an Devices und die universelle Nutzbarkeit von Endgeräten. Ein Trend, der bereits heute zu erkennen ist, wird auch vor der Healthcare-Branche nicht halt machen: BYOD (Bring your own Device). Der Patient bringt sein eigenes mobiles Endgerät mit und erwartet, dass ihm das komplette Informations- und Kommunikationsangebot des Klinikums dort zur Verfügung steht.
Im Bereich der professionellen Kommunikation haben wir mit „Projekt Ansible“ ein neues Kapitel eröffnet. Dabei handelt es sich um eine innovative Kollaborationsplattform. Sie hebt die Grenzen zwischen Kanälen und Geschäftsprozessanwendungen auf und führt sie auf einer einheitlichen Benutzeroberfläche zusammen. So können sich Teams einfacher als bisher über verschiedene Endgeräte hinweg austauschen und ihre Produktivität deutlich steigern. Dafür verknüpft Project Ansible traditionelle Sprachkommunikation, Video, Social Media, Suchfunktionen und Geschäftsanwendungen in einem nahtlosen, umfassenden und intuitiven Umfeld – und schafft ein attraktives, homogenes Anwendererlebnis, das Spaß macht.

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